Brandschutz, aber richtig – Ein Ratgeber für alle Fälle

Hätten Sie es gewusst? Etwa jede Minute kommt es in Deutschland zu einem Wohnungsbrand. Täglich stirbt ein Mensch, weil wichtige Regeln für den Brandschutz und das richtige Verhalten im Brandfall nicht beachtet werden. Durch die Rauchmelderpflicht, die mittlerweile in fast allen Bundesländern eingeführt ist, wurde diese Gefahr glücklicherweise deutlich reduziert. Dennoch gibt es wichtige Punkte, die Sie im Brandfall beachten sollten.

Brandschutzratgeber: Das sollten Sie wissen

Mit die größte Gefahr geht bei einem Brand vom entstehenden Rauch aus. Kohlenmonoxid und Kohlendioxid sind extrem giftig, dabei aber kaum wahrnehmbar, da beide Gase unsichtbar, geruchlos und geschmacklos sind. Sie führen beim Einatmen binnen kurzer Zeit zur Bewusstlosigkeit, die meisten Brandopfer sterben an den hochgiftigen Rauchgasen und nicht durch das Feuer an sich.

Brandschutz beachten: Brennender Adventskranz

Brennender Adventskranz, Brandschutz vergessen.

Damit der vorbeugende Brandschutz greifen kann, ist es wichtig, diese Gefahren zu kennen. Ein Kurzschluss, die Überhitzung einer Herdplatte und andere vermeintlich unwichtige Kleinigkeiten wie eine vergessene brennende Kerze können ein zerstörerisches Feuer auslösen. Vorbeugender Brandschutz stellt die wichtigste Maßnahme dar, da Brände bei entsprechender Vorsicht erst gar nicht entstehen können. Dazu können Sie bestimmte Gefahrenquellen im Haushalt ausschalten oder zumindest das Risiko reduzieren. Strategisch geschickt installierte Rauchmelder sorgen dafür, dass sich ein Brand nicht unbemerkt ausbreiten kann.

Vorbeugender Brandschutz – Rauchmelder im Haus

Rauchmelder sind wichtiger Teil des Brandschutz-Konzeptes innerhalb eines Gebäudes und helfen mit, Brände frühzeitig zu erkennen. Der Gesetzgeber schreibt in Rheinland-Pfalz für den vorbeugenden Brandschutz folgendes vor:

  • Pro Schlafzimmer, Kinderzimmer, Gästezimmer muss ein Rauchmelder installiert sein. Ebenso in Fluren, die als Rettungswege genutzte werden.
  • Optional kann in Aufenthaltsräumen wie Wohnzimmer aber auch anderen Räumen (Keller, Speicher) ein weiterer Rauchmelder angebracht werden.
  • Für Küchen eignen sich lediglich spezielle Hitzewarnmelder.

Diese Vorbeugenden Brandschutzmaßnahmen werden auch von der Feuerwehr empfohlen.

Neben den vorgeschriebenen Rauchmeldern kann der Brandschutz durch weitere Vorsichtsvorkehrungen wie Löschdecken oder Feuerlöscher gewährleistet werden. Diese sollten an einer für alle Bewohner des Hauses gut zugänglichen Stelle deponiert sein.

Brandschutzratgeber: Häufige Gefahrenquellen im Haushalt

Wenn es in einer Wohnung oder in einem Haus brennt, dann gibt es drei Hauptursachen, die laut einer Statistik des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) in fast 60 Prozent aller Fälle verantwortlich sind:

  • Elektrizität und Kurzschlüsse
  • Überhitzung
  • menschliches Fehlverhalten

Elektrizität wird in seiner Gefährlichkeit unterschätzt, stellt jedoch ein echtes Risiko dar. Im Brandschutz wird deshalb ein besonderes Augenmerk auf elektrische Geräte und Stromflüsse gelegt. Vorbeugend können Sie selbst einiges tun, um die Risiken zu senken:

  • Überprüfen Sie regelmäßig alle Kabel im Haushalt auf Unversehrtheit.
  • Kontrollieren Sie Ihre elektrischen Geräte und stellen Sie sicher, dass diese ordnungsgemäß funktionieren. Im Sinne des Brandschutzes sollten Sie defekte Geräte auf jeden Fall vom Fachmann reparieren lassen.
  • Schalten Sie Geräte ab, wenn Sie sie nicht benutzen oder das Haus für längere Zeit verlassen.

Unser Tipp zum Brandschutz

Mehrfachsteckdosen mit Schalter ermöglichen es, mit nur einem Griff gleich mehrere Geräte vom Netz zu trennen. Damit der Brandschutz greift, sollten Sie darauf achten, dass je Steckerleiste nur die zugelassene Stromabnahme erfolgt.

Ein weiteres Brandrisiko im Haushalt ist die Überhitzung von Herdplatten, Radiatoren oder auch Kaminöfen. Der fehlerhafte Umgang mit Heizgeräten und offenem Feuer kann leicht zum Brandherd werden. Als vorbeugender Brandschutz empfehlen wir Ihnen folgende Maßnahmen:

  • Lassen Sie offenes Feuer nie ohne Aufsicht brennen.
  • Sorgen Sie dafür, dass rund um eine Feuerstätte keine leicht brennbaren Gegenstände lagern.
  • In der Nähe von wärmeabgebenden Geräten dürfen sich keine leicht entzündlichen Materialien oder Flüssigkeiten befinden.
  • Decken Sie elektrische Heizgeräte niemals ab.
  • Kontrollieren Sie beim Verlassen des Hauses, dass Feuer- und Hitzequellen – dazu gehören auch Kerzen oder Zigaretten – sicher gelöscht, bzw. abgeschaltet sind.

Vorbeugender Brandschutz ist besonders auch in der Küche wichtig. Achten Sie darauf, Elektro- und Gasherde nie für längere Zeit unbeaufsichtigt in Betrieb zu lassen. Informationen dazu und zu weiteren Aspekten des Brandschutzes erhalten Sie auch von Ihrem Schornsteinfeger.

 

Richtiges Verhalten im Brandfall

Manche Brände lassen sich auch durch den besten Brandschutz nicht verhindern. Für diesen Fall sollten Sie vorbereitet sein und das richtige Verhalten im Brandfall einüben.

Ein Mann zeigt einen Feuerlöscher, für das richtige Verhalten im Brandfall

Richtiges Verhalten im Brandfall: Feuerlöscher verwenden.

Wird ein Brand entdeckt, dann gibt es eine Folge von Maßnahmen, die auch als Brandschutzkette bezeichnet werden. Diese besteht aus mehreren Schritten:

  • Brandentdeckung
  • Brandmeldung per Telefon oder Druckknopfmelder
  • erste Löschhilfe mit Feuerlöscher oder Löschdecke
  • Rettung von eingesperrten oder festsitzenden Personen
  • Entfernung aller Personen in der Wohnung aus dem Gefahrenbereich
  • Schließen aller Fenster und Türen, damit das Feuer durch die Frischluftzufuhr nicht zusätzlich angefacht wird

Weitere wertvolle Informationen zum vorbeugenden Brandschutz und zum richtigen Verhalten im Brandfall finden Sie auf offiziellen Seiten der Feuerwehr im Internet.

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